Gerade in Zeiten von Wirtschafts- und Finanzkrisen erfreut sich die Geldanlage als Festgeld wieder wachsender Beliebtheit. Die folgenden Festgeld FAQ beantworten die wichtigsten Fragen rund um das Thema Festgeld.
Was ist Festgeld?
Beim Festgeld handelt es sich um eine bestimmte Form der Geldanlage. Dabei wird ein bestimmter Geldbetrag über eine vertraglich vereinbarte Laufzeit fest angelegt. Der Anlagebetrag wird über die gesamte Laufzeit mit einem garantierten Zinssatz verzinst.
Was sind die Vorteile beim Festgeld?
Aufgrund der fest vereinbarten Laufzeit erhalten Anleger beim Festgeld in der Regel attraktivere Zinsen als beispielsweise bei einem Tagesgeldkonto oder einem Sparbuch. Zudem bietet das Festgeldkonto eine hohe Planbarkeit, denn der Anleger weiß schon zu Beginn der Anlage genau, welchen Betrag er am Ende ausbezahlt bekommen wird.
Für wen eignet sich die Anlage als Festgeld?
Festgeld ist vor allem für Anleger ideal die ihr Geld kurz- bis mittelfristig anlegen möchten und großen Wert auf eine hohe Sicherheit bei Ihrer Geldanlage legen. Beim Festgeld ist ein Wertverlust während der Laufzeit ausgeschlossen und die angelegten Beträge sind durch die Einlagensicherung geschützt.
Wer kann ein Festgeldkonto eröffnen?
Neben Privatpersonen können auch Selbstständige oder Unternehmen Kapital als Festgeld anlegen. Um ein Festgeldkonto zu eröffnen, muss die betreffende Person voll geschäftsfähig sein. Jugendliche unter 18 Jahren benötigen zur Eröffnung die Erlaubnis eines Erziehungsberechtigten.
Wie kann ein Festgeldkonto eröffnet werden?
Die Eröffnung eines Festgeldkontos kann sowohl vor Ort am Bankschalter wie auch online erledigt werden. In vielen Fällen bieten Direktbanken über das Internet die besseren Konditionen an. Wer sein Festgeldkonto online eröffnen möchte und bei der betreffenden Bank noch kein Kunde ist, muss sich in der Regel zuerst über das Postident Verfahren legitimieren. Dabei legt er seinen Ausweis einem Mitarbeiter des Postamtes vor und dieser bestätigt die Identität an die entsprechende Bank. Auf jeden Fall sollte man sich vor der Eröffnung des Festgeldkontos genau informieren und die einzelnen Angebote miteinander vergleichen.
Gibt es einen Mindestbetrag ab dem Festgeld möglich ist?
Bei den meisten Banken sind Festgeldanlagen erst ab einem bestimmten Anlagebetrag möglich. Dieser kann je nach Bank unterschiedlich sein und liegt zumeist zwischen 2500 und 5000 Euro. Einige Banken bieten auch schon Festgeldanlagen ab einem Anlagebetrag von 500 Euro an. Allerdings ist die Auswahl hier sehr begrenzt. Es ist zudem möglich, dass Geldinstitute zwar auch für geringere Beträge eine Anlage als Festgeld anbieten, die besten Zinsen jedoch erst ab einem bestimmten Mindestbetrag gewähren.
Gibt es einen Maximalbetrag beim Festgeld?
In der Regel ist die Höhe der Anlagesumme beim Festgeld nicht begrenzt. Jedoch bieten einige Banken ab einem bestimmten Betrag nur noch sehr geringe Zinsen an.
Welche Laufzeit ist sinnvoll?
Die angebotenen Laufzeiten sind je nach Geldinstitut unterschiedlich. Möglich sind in der Regel Laufzeiten zwischen 3 Monaten und 5 Jahren. Für welchen Zeitraum man sein Geld anlegen sollte, hängt natürlich auch davon ab, wie lange man auf den angelegten Betrag verzichten kann. Eine vorzeitige Kündigung des Festgeldes ist, wenn überhaupt nur zu sehr ungünstigen Bedingungen möglich. Erfahrungen zeigen, dass die besten Zinsen für Laufzeiten zwischen 12 und 24 Monaten möglich sind. Für diesen Zeitraum können Banken die Zinsentwicklung noch relativ sicher abschätzen. Bei längeren Laufzeiten erhöht sich der Zinssatz dagegen prozentual zumeist nur noch sehr gering.
Zu wann werden die Zinsen ausbezahlt?
In den meisten Fällen erfolgt die Gutschrift der Zinsen zum Ende der Laufzeit. Es gibt jedoch auch Banken, welche die Zinsen jährlich, quartalsweise oder monatlich gutschreiben.
Wie werden die Zinserträge besteuert?
Wie bei allen Kapitalerträgen muss auch die Zinserträge aus einer Festgeldanlage die Abgeltungssteuer gezahlt werden. Diese beträgt pauschal 25 Prozent auf alle Zinserträge. Dazu kommt noch der Solidaritätszuschlag in Höhe von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer sowie eine eventuelle Kirchensteuer, wenn der Anleger kirchensteuerpflichtig ist. Allerdings haben alle Anleger einen jährlichen Steuerfreibetrag. Dieser beträgt für alleinstehende Personen 801 Euro und für gemeinsam veranlagte Paare 1602 Euro. Wichtig ist, dass der Anleger rechtzeitig einen Freistellungsauftrag bei der entsprechenden Bank einreicht. Liegt dieser nicht vor, führt diese automatisch die fälligen Steuern an das zuständige Finanzamt ab.
Ist die Anlage als Festgeld sicher?
Wer sein Geld bei einer Bank anlegt, welche Ihren Sitz innerhalb der Europäischen Union hat, dessen Geld ist durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Seit 01.01.2011 gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis zu einem Betrag von 100.000 Euro pro Anlage. Zudem haben sich fast alle in Deutschland ansässigen Banken zusätzlich noch einem privaten Sicherungsfonds angeschlossen. Dadurch sind auch noch weitaus höhere Beträge abgesichert. Wird das Festgeld bei Banken außerhalb der Europäischen Union angelegt, gelten diese einheitlichen Regelungen jedoch nicht. Anleger sollten deshalb vorher genau prüfen, bis zu welchem Betrag eine Anlage abgesichert ist. Außerdem sollte beachtet werden, dass ein eventueller Rechtsstreit immer in dem Land geführt werden muss, in dem die Bank ihren Sitz hat.
Sind Festgeldanlagen mündelsicher?
Beim Festgeldkonto sind auch bei längeren Laufzeiten Wertverluste ausgeschlossen. Aus diesem Grunde kann das Festgeld selbstverständlich auch als mündelsichere Anlage bezeichnet werden.
Wovon ist der Zinssatz abhängig?
Der angebotene Zinssatz ist zunächst abhängig vom aktuellen Leitzins der Europäischen Zentralbank. Je höher dieses ist, desto höher sind auch die Zinssätze, welche die Banken für eine Geldanlage anbieten. Grund ist, dass es bei hohen Leitzinsen für die Banken teuer wird, sich Geld bei der EZB zu beschaffen. Des Weiteren spielen auch der angelegte Betrag sowie die Länge der gewählten Laufzeit bei der Höhe des Zinssatzes eine Rolle.
Kann der Anleger vorzeitig über sein Geld verfügen?
Vom Grundsatz her können Anleger während der Laufzeit nicht über die Anlage verfügen. Die Banken planen über die gesamte Laufzeit mit dem angelegten Geld und honorieren dies mit einem entsprechend hohen Zinssatz. Bei manchen Banken ist es dennoch möglich, das Festgeldkonto während der Laufzeit zu kündigen. Dies ist jedoch mit erheblichen Nachteilen für den Anleger verbunden. So erhält dieser für die bereits verstrichene Laufzeit in der Regel keinerlei Zinsen. Zudem kann die Bank noch weitere Gebühren verlangen, wenn die Festgeldanlage vorzeitig aufgelöst wird.
Ist ein Festgeldkonto mit Gebühren verbunden?
In der Regel entstehen beim Festgeldkonto keinerlei Gebühren. Dies gilt sowohl für die Eröffnung des Festgeldkontos wie auch für die Kontoführung während der Laufzeit. Für Banken ist es jedoch nicht verboten, hierfür eine Gebühr zu berechnen. Aus diesem Grund sollte der Anleger vorab die Vertrags- und Geschäftsbedingungen der jeweiligen Bank genau durchlesen.
Was geschieht am Ende der Laufzeit?
Wie am Ende der Laufzeit verfahren wird, hängt unter anderem von den Vertragsbedingungen der jeweiligen Bank ab. Bei einigen Banken ist es zwingend erforderlich, das Festgeldkonto drei Monate vor dem Laufzeitende zu kündigen. Erfolgt diese Kündigung nicht, wird das angelegte Geld inklusive der gutgeschriebenen Zinsen erneut für dieselbe Laufzeit angelegt. Der Anleger erhält dann automatisch den aktuell günstigen Zinssatz. Es gibt jedoch auch Geldinstitute die überweisen den Anlagebetrag inklusive der Zinsen am Laufzeitende automatisch auf ein zuvor genanntes Referenzkonto. Es sei denn natürlich, der Anleger wünscht von sich aus eine Verlängerung der Anlage. Weitere Informationen zum Ende der Festgeldlaufzeit finden Sie hier: Festgeld Laufzeitende – kündigen oder verlängern?
Warum ist ein Festgeld Vergleich wichtig?
Festgeldkonten werden von einer Vielzahl von Direkt- und Filialbanken angeboten. Dabei können sich die Konditionen zum Teil deutlich unterscheiden. Aus diesem Grunde lohnt es sich immer vorab einen Festgeld Vergleich durchzuführen. Dabei lassen sich nicht nur die Zinsen, sondern auch andere Konditionen wie Einlagensicherung, Termine der Zinszahlung u. a. miteinander vergleichen.
